Menschen- und umweltfreundliche Verkehrspolitik in der Südostschweiz
Wie velofreundlich ist Chur?
07.03.2012. Die Stadt Chur hat seit 1989 ein Gesetz für einen menschen- und umweltfreundlichen Stadtverkehr. Der Zweckartikel besagt, dass die Stadt Chur den Veloverkehr fördert und eine Plafonierung sowie längerfristig eine Reduktion des privaten Motorfahrzeugverkehrs anstrebt. Die Diskrepanz zwischen Gesetz und Wirklichkeit scheint offensichtlich. Ist Chur dennoch velofreundlich? Wenn nicht, was müsste getan werden? Braucht es nebst finanzieller Mittel auch einen politischen Willen dazu? Ist dieser vorhanden und bei wem?
Das Angebot bestimmt die (Infra)Struktur
23.02.2012. Dieses Jahr wird das Parlament über die Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» (ÖV-Initiative) sowie über den bundesrätlichen Gegenvorschlag «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI) diskutieren. Im Zentrum dieser Debatte werden Geldfragen stehen. Die ÖV-Projekte in Graubünden werden dabei schweizweit in einer sehr langen Reihe von kantonalen Ausbauwünschen stehen. Wieviel an Bundes-Subventionen zur Verbesserung des ÖV in Graubünden bezahlt werden können steht noch in den Sternen.
Umweltverbände üben Kritik an der «Fusionsstrasse»
13.01.2012. Die geplante Verbindung zwischen Brigels und Waltensburg via Migliè stösst bei WWF, Pro Natura und VCS auf wenig Gegenliebe. Sie sehen die Strasse als problematischen Eingriff in die Landschaft und sind sicher: Es wird Mehrverkehr geben.
Leuthards Kapitulation vor dem Verlagerungsziel
30.11.11. Das Volk hat es 1994 an der Urne verlangt, Bundesrat und Parlament haben es vor drei Jahren letztmals im Gesetz konkretisiert: Ab 2018 sollten eigentlich nur noch maximal 650 000 Lastwagen pro Jahr auf der Strasse die Schweizer Alpen durchqueren. Der Rest, so verlangt es das viel zitierte Verlagerungsziel, gehört auf die Schiene. Doris Leuthard glaubt nicht, dass die Lastwagen-Fahrten durch die Alpen wie verlangt zurückgehen und erwägt, dass Verlagerungsziel zu korrigieren.
Keine Kohlekraftprojekte mit Bündner Beteiligung
19.10.2011. Die kantonale Initiative „Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft“ wurde mit gut 4427 gültigen Unterschriften in Chur eingereicht. Mit der am 10. Februar 2011 lancierten Initiative haben die Initianten vor allem die Repower AG im Visier. Der Bündner Stromriese plant zwei Kohlekraft-Projekte in Brünsbüttel/D und Saline Joniche/I. Diese zwei Kraftwerke würden fast 40 Prozent des gesamten jährlichen CO2-Ausstosses der Schweiz oder das 14-fache des Kantons Graubünden ausstossen.
Zum Alpenschutz fehlt der politische Willen
06.10.2011. Dem Bundesrat und vor allem der bürgerlichen Mehrheit im Parlament fehlt es am politischen Willen, den Alpenschutzartikel in der Verfassung umzusetzen und endlich griffige Massnahmen zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene zu beschliessen.
Lkw-Alpentransit verstösst gegen Gesetz
30.09.2011. In diesem Jahr haben im September bereits eine Million Lastwagen die Schweizer Alpen durchquert. Das Parlament hat 2008 im Güterverkehrsverlagerungsgesetz (GVVG) festgeschrieben, dass im 2011 höchstens dieses Kontingent zulässig ist. Dieses wird in den nächsten drei Monaten bis zum Jahresende weit überschritten werden. Die Alpen-Initiative hat mit vier Aktionen in den Alpenkantonen Graubünden, Uri, Tessin und Wallis auf diesen Missstand aufmerksam gemacht.
Bevorzugung Postauto Chur – Lenzerheide
16.09.2011. Antrag des VCS Graubünden zur Skigebietsverbindung Arosa – Lenzerheide: Festschreibung im Richtplan von Parkplatzbewirtschaftung, Parkplatzmanagement mit Ausfahrdosierung und Verkehrsregelung mit Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs an Verkehrsknoten und auf der Strecke als feste Bestandteile der Skigebietsverbindung Arosa – Lenzerheide.
Bündner Olympia-Kandidatur kostet 36 Millionen Franken
13.08.2011. 36 Millionen Franken dürfte die Olympia-Bewerbung Davos/St. Moritz kosten. Aufgebracht wird diese Summe zu je 33 Prozent vom Bund und Sponsoren. Den Rest finanzieren der Kanton Graubünden und die beiden Regionen. Die Bündner Umweltschutzorganisationen sperren sich weiter gegen Olympische Winterspiele in Graubünden. Und sie stellen einen ebenso harten wie entschiedenen Widerstand gegen die Pläne in Aussicht.
Sanieren und verlagern!
27.05.2011. Die Urner Bevölkerung hat den in verschiedenen Volksabstim-mungen immer wieder bezeugten Willen zum Alpenschutz bestätigt und erneut eine zweite Röhre am Gotthard abgelehnt. Die Sanierung des Gotthardstrassen-tunnels ist eine grosse Chance, der verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Verlagerung zum Durchbruch zu verhelfen – ohne zweite Röhre.
Am Gotthard sanieren und verlagern
24.05.2011. Seit 1994 ist in der Verfassung der Volkswille festgeschrieben, den alpenquerenden Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Am 15. Mai 2011 hat die Urner Bevölkerung den in verschiedenen Volksabstim-mungen immer wieder bezeugten Willen zum Alpenschutz bestätigt. Nun geht die Diskussion der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels in eine weitere Runde.
Urner bleiben beim Alpenschutz
16.05.2011. Die Urner Bevölkerung hat sich am 15. Mai wieder einmal für den Alpenschutz und für die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene aus-gesprochen, indem sie eine zweite Gotthard-Strassenröhre ablehnt. Dies ganz im Sinne der Bündner Bevölkerung, die am 8. Februar 2004 mit dreiviertel Nein die Avanti-Vorlage und damit eine zweite Gotthardröhre klar abgelehnt hatte.
Das Bündner Volk will keine zweite Gotthardtunnelröhre
21.04.2011. Regierungsrat Mario Cavigelli hat Recht, wenn er sich gegen zuviel Umfahrungsverkehr vom Gotthard wehrt. Seine Befürchtungen, dass der Schwerverkehr während der Sanierung des Gotthardstrassentunnels zwingend über den San Bernardino umgeleitet werden muss, sind aber völlig unbegründet.



