Die Weichenstellung für den Bündner ÖV

Wieviel an Bundes-Subventionen zur Verbesserung des ÖV in Graubünden bezahlt werden können, steht noch in den Sternen. VCS, SEV und SP Graubünden schlagen vor, wo die dringlichen Prioritäten im ÖV aus Bündner Sicht liegen.
In diesem Jahr wird das Parlament über die Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» (ÖV-Initiative) sowie über den bundesrätlichen Gegenvorschlag «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI) diskutieren. Im Zentrum dieser Debatte werden Geldfragen stehen. Die ÖV-Projekte in Graubünden werden dabei schweizweit in einer sehr langen Reihe von kantonalen Ausbauwünschen stehen.
Die wichtigsten ÖV-Projekte bis 2025
Der VCS Graubünden zeigt auf welches die wichtigsten ÖV-Projekte aus Sicht von Graubünden mittelfristig bis 2025 sind. Aus einer sachlichen Analyse anhand einer Studie für den Bündner ÖV und dem Grundlagenpapier des VCS wurden diese in einer Karte festgehalten. Dazu gehören Optimierungen von RhB und Postautos durch Fahrplanverdichtungen während den Hauptverkehrszeiten. Für den Halbstundentakt der RhB braucht es Bauten von Doppelspurabschnitten auf den Hauptstrecken. Weiter ist eine bessere Anbindung an St. Gallen und dem Bodenseeraum wichtig. Stefan Grass, Präsident des VCS Graubünden hält fest: «Ausser dem mittels einer Leistungsvereinbarung mit den Bundesbehörden gesicherten Ersatz des Albulatunnels, ist bewusst kein einziger neuer Bahntunnel auf dieser Karte eingezeichnet, weil schlicht und einfach das Geld dazu fehlt.»
FABI: Sechs Milliarden Franken nötig
«Wer beim ÖV einen Investitionsstau zulässt oder gar spart und abbaut, der sägt direkt am volkswirtschaftlichen Ast, auf dem er selber sitzt. Dies wäre für die Zukunft Graubündens verheerend», sagt Peter Peyer, Regionalsekretär des SEV. Deshalb ist für den SEV klar, dass die jetzt zur Diskussion stehenden Finanzmittel, welche National- und Ständerat im Rahmen der FABI-Debatte diskutieren, nicht ausreichen. Es besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass für einen sinnvollen ersten Ausbauschritt mindestens sechs Milliarden Franken nötig sind. Der SEV erwartet, dass sich sowohl die Regierung sowie National- und Ständeräte in Graubünden geschlossen für folgende Forderungen einsetzen:
- Das Volk will die Güter auf der Schiene. Service public heisst nicht nur Personenverkehr sondern auch Güterverkehr, zu tragbaren Preisen, fürs ganze Land. Dies gilt auch für den Güterverkehr der Rhätischen Bahn.
- Für Effizienzsteigerungen sieht FABI allein 250 Mio. Franken pro Jahr vor. Die Unternehmungen sind innerhalb der Leistungsvereinbarungen abermals zu Effizienzsteigerungen angehalten. Kundinnen und Kunden erwarten nach den angekündigten und noch zu erwartenden Preiserhöhungen einen Ausbau des Services sowie des Personals – und nicht einen Abbau.
Es braucht nun die ÖV-Gesamtschau für Graubünden
Johannes Pfenninger, SP-Grossrat sagt: «Die kleine Rote ist zusammen mit den wendigen Gelben das Rückgrat der Bündner Mobilität. Das verlangt nach einem besonderen Effort des Kantons.» Die Bündner Regierung, die Bündner Delegation im National- und Ständerat und der Bündner Grosse Rat sind gefordert für den bestmöglichen Nutzen jetzt die Weichen richtig zu stellen. Der grösste Nutzen kann erzielt werden, wenn man sich in Graubünden von den unrealistischen, weil nicht finanzierbaren Tunnelprojekten verabschiedet und die Prioritäten beim Halbstundentakt, dem punktuellen Ausbau und der Erneuerung der Bahninfrastruktur, sowie der Beschaffung zusätzlichen attraktiven Rollmaterials setzt. Eine klare Positionierung Graubündens und eine klare Strategie sind jetzt dringend nötig, ansonsten man die Möglichkeiten beim Gerangel in Bern verspielt. Dazu braucht es baldmöglichst die angekündigte ÖV-Gesamtschau für Graubünden. Allerdings wird der Kanton nicht darum herum kommen zusätzliche Finanzmittel für die Investitionen insbesondere beim Rollmaterial aufzubringen.
Kontaktinformationen
Stefan Grass, VCS: 081 250 67 22Peter Peyer, SEV: 081 284 49 07
Johannes Pfenninger, SP: 079 610 29 15
Downloads
- Artikel in der Südostschweiz vom 14.04.2012 (471.9 MB)
- MK_120413-1-Mitteilung.pdf (195.1 MB)
- MK_120413-1-Communicaziun.pdf (194.9 MB)
- MK_120413-1-Comunicato.pdf (198.1 MB)
- MK_120413-2-VCS.pdf (123.7 MB)
- MK_120413-3-SEV.pdf (97.1 MB)
- MK_120413-4-SP.pdf (174.5 MB)
- MK_120413-5-FABI_SEV.pdf (320.3 MB)
- OeV-GR-Streckennetz-2025.pdf (127.4 MB)
- OeV-Studie-Auswertung.pdf (77.6 MB)
- OeV-Grundlagenpapier_VCS-CH.pdf (1 MB)