Touren in die Natur
Schnee in allen Landessprachen

Neue Naturpärke sollen dazu beitragen, Landschaften von besonderer
Schönheit zu erhalten und einen sanften Tourismus zu fördern. Wir machen mit und besuchen vier Pärke mit Tourenski: einen pro Landessprache.
Touren
Wildschutz: Seit einigen Jahren regeln neue Wildruhezonen den Zugang zur Natur. Gerade in Naturpärken ist es wichtig, die Tiere nicht zu stören. Nützliche Informationen für die Tourenplanung: www.respektiere-deine-grenzen.ch
Pärke
Allgemein: www.bafu.admin.ch/paerke
Parc naturel régional Gruyère Pays-d’Enhaut: www.pnr-gp.ch
Regionaler Naturpark Gantrisch: www.gantrisch.ch
Progetto di Parco nazionale Parc Adula: www.parcadula.ch
Parc Ela: www.parc-ela.ch
Literatur: Martin Arnold, Roland Gerth: Die Naturpärke in der Schweiz. Das grosse Wander- und Erlebnisbuch, AT Verlag, Aarau 2011.
Rochers de Naye (2042 m) – Monts Chevreuils (1749 m)
Gebiet: Parc naturel régional Gruyère Pays-d’Enhaut
Schwierigkeit: ZS- (ziemlich schwierig untere Grenze, auf der sechsstufigen Skitourenskala des Schweizer Alpen-Clubs) für die Abfahrt von den Rochers de Naye (zwei kurze Steilhänge oben). Die Abfahrten von den Monts Chevreuils sind leicht.
Aufstiegszeit: 3 Std.
Höhenmeter: Aufstieg 740 m, Abfahrt 1850 m.
Jahreszeit: Dezember bis Februar.
Ausgangs- und Endpunkt: Bergstation Rochers de Naye (1968 m); Zahnradbahn von Montreux. Von Les Moulins Village (890 m) mit dem Bus nach Château-d’Oex; mit der Montreux-Oberland-Bahn zurück nach Montreux oder weiter nach Gstaad-Zweisimmen.
Route: Von der Bergstation zu Fuss zum Gipfel der Rochers de Naye (2042 m). Abfahrt zurück gegen die Bergstation, rechts daran vorbei zum Alpengarten und, zwei Felsköpfe links umfahrend, in die Lücke bei P. 1954 (Wegweiser). Jetzt in die SE-Flanke und über einen kurzen Steilhang nach Plan d'Areine. Die Alphütte rechts liegen lassen und ostwärts in einer anfangs steilen Mulde (kurz 39°) nach Longevaux abfahren, dann nach rechts traversieren und schräg abwärts zur Alp Chaude (1470 m). Zwischen Plan d'Areine und den Alphütten von Chaude kann man auch direkter über die Steilhänge von La Chaux abfahren; sich je nach Schneebeschaffenheit und Lawinengefahr mehr links oder rechts haltend. Über den Ruisseau de Chaude und einem Weg entlang durch Wald und Feld auf die schönen Hänge von La Vuichoude d'en Haut. Über diese via La Bochette hinab, unten rechts abbiegend auf das Strässchen durchs Tal von Hongrin (ca. 1080 m). Auf dem Strässchen taleinwärts bis hinauf zur Staumauer (1257 m) des Lac de l’Hongrin, wobei man die Kurve von Les Places abkürzen kann und zuletzt durch einen Tunnel gehen muss. Auf dem Ufersträsschen bis in eine tiefe Bucht. Nordwärts über Les Crauses gegen den Col de Sonlomont (1503 m), vor dem Pass ostwärts abbiegen und über den Rücken bis hinauf auf die Monts Chevreuils. Über den Nordhang zur Cabane des Monts Chevreuils (ca. 1660 m, Tel. 079 347 24 74) und mehr oder weniger entlang der stillgelegten Skilifte hinab nach Les Moulins (890 m) und zur Bushaltestelle.
Einkehr und Unterkunft: Auf den Rochers de Naye und Monts Chevreuils, in Château-d’Oex.
Führer: Schnegg/Anker: Skitouren Freiburger und Waadtländer Alpen, SAC-Verlag 2008. [evtl. franz: Ski de randonnée Alpes fribourgeoises et vaudoises, Editions du CAS 2011]
Karten: LK der Schweiz, 1:50000, 262 S Rochers de Naye; 1:25000, 1264 Montreux, 1265 Les Mosses.
Ochsen, (2188 m) – Bürglen (2165 m) – Birehubel (1850 m)
Gebiet: Regionaler Naturpark Gantrisch
Schwierigkeit: WS+ für den Ochsen (Gipfelhang 30°, die obersten Meter 38°); Gipfelanstieg zu Fuss ausgesetzt und bei viel Schnee oder Vereisung heikel. WS+ für die Route zur Bürglen. S- für die Abfahrt über die Bürglen N-Flanke (durchschnittlich 35° mit deutlich steilerem Einstieg bis 42°, aber nicht exponiert und nicht anhaltend steil); kann via Morgetengrat gut umfahren werden. WS für die Abfahrt vom Birehubel.
Aufstiegszeit: 4 Std.
Höhenmeter: 1180 m Aufstieg (mit Skiliftbenützung), 1480 m Abfahrt.
Jahreszeit: Januar bis März. Die N-Flanke der Bürglen auch im April, ja Mai!
Ausgangs- und Endpunkt: Schwefelbergbad (1389 m); Postauto Thurnen-Riggisberg-Gurnigel-Schwefelbergbad-Sangernboden-Plaffeien-Schwarzenburg. In Thurnen Anschluss an die S-Bahn Bern-Belp-Thun, in Schwarzenburg an die S-Bahn Bern-Schwarzenburg. Die Bergstation des Skilifts liegt auf 1705 m. Schneetelefon 026 419 88 89; www.schneesuechtig.ch.
Route: Von Schwefelbergbad mit dem Skilift hinauf und Schrägfahrt linkshaltend in die Talmulde Im Ofen (ca. 1690 m); hierher auch zu Fuss entlang der Piste. Im Talgrund aufsteigen bis zum Ochsensattel (ca. 2000 m, ohne Namen auf der Karte) am Fuss des Ochsen W-Grates. Im SW-Hang ansteigen, der sich wie ein Dreieck nach oben verjüngt und in einem mit Schnee gefüllten und von Felsen begrenzten Couloir endet, das gegen den Gipfel hinaufleitet. Am Fusse dieses Couloirs Skiablage (ca. 2140 m) und ein Stück zu Fuss darin hoch. Nach links über einige Felsen auf den recht ausgesetzten Grat und zum höchsten Punkt des Ochsen (2188 m). Vom Skidepot linkshaltend zum Übergang Alpiglegalm (2016 m). Steil (30° auf 140 Hm) in den Kessel von Riprächtepochten hineinfahren und ostwärts zur Alp Mittlist Morgeten (1655 m) abfahren. Nordostwärts eine Mulde hinauf nach Obrist Morgeten und links gegen den Morgetenpass (1959 m) zuhalten. Westlich empor auf die SE-Rippe der Bürglen und im Südhang, zuletzt auf dem Gipfelkamm, zur Bürglen (2165 m). Zwei verschiedene Einfahrtsmöglichkeiten auf dem flachen Gipfelkamm in die N-Flanke: Entweder 130 m (breiter, aber sehr steiler Hang, wobei eine Wechte die Schwierigkeit erhöht) oder 190 m (schmaler und nur kurz sehr steiler Einstieg) südöstlich des höchsten Punktes. Beide Möglichkeiten führen in eine Mulde, die man linkshaltend verlässt. Über zwei Steilhänge hinab bis ca. 1680 m, dann Wiederaufstieg über die E-Flanke und den S-Grat auf den Birehubel (1850 m). Vom Gipfel nordwestwärts hinab bis zu einem schwach ausgeprägten Rücken. Auf ihm zu einer Hütte hinunter und durch eine Waldschneise in den Schwefelberg-Kessel abfahren. Nordwärts zur Passstrasse und ihr entlang zum Hotel Schwefelbergbad.
Einkehr und Unterkunft: Wellnesshotel Schwefelbergbad, Tel. 026 419 88 88, www.schwefelbergbad.ch.
Führer: Schnegg/Anker: Skitouren Berner Alpen West, SAC-Verlag 2006. Anker: Berner Oberland, Rother Skiführer 2008. Saurer/Senn: Outdoorführer Gantrisch-Stockhorn-Schwarzsee, Jordi Verlag 2011.
Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:50000, 253 S Gantrisch; 1:25000, 1206 Guggisberg.
Mot Ciarin (2278 m)
Gebiet: Parc Adula
Schwierigkeit: ZS-; zum Teil enges, ruppiges Skilände (Wald). Kurzer, etwas ausgesetzter Gipfelanstieg zu Fuss.
Aufstiegszeit: 5 Std.
Höhenmeter: 1450 m Aufstieg und Abfahrt.
Jahreszeit: Dezember bis März.
Ausgangs- und Endpunkt: Arvigo (833 m); Postauto von Bellinzona mit Umsteigen in Grono.
Route: Von Arvigo durchs Dorf hinauf zur Brücke über den Rià di Arvigo. Auf der Strasse über Gagnè bis nach Monti di Arvigo und zur südlichsten Waldlichtung, Pignolè (ca. 1460 m); ab P. 1201 nach Gagnè lassen sich die Kurven wenigstens im Aufstieg auf dem Sommerweg abkürzen. In Pignolè direkt über den Hang hinauf zu zwei Häusern. Auf dem Wanderweg durch den Wald auf die Strasse, ihr kurz folgen und wieder durch den Wald über Pian del Poz zur Haarnadelkurve P. 1827 und auf dem Strässchen zu P. 1903; man kann auch weiter nördlich durch den ziemlich dichten Wald aufsteigen. Durch den ziemlich steilen, coupierten und mit Lärchen bestückten NE-Hang in den Sattel westlich P. 2033. Über den aus mehreren Erhebungen gebildeten E-Grat bis zum Gipfelhang; Skidepot auf ca. 2240 m. Zu Fuss über den etwas ausgesetzten Steilhang auf den Gipfel des Mot Ciarin (2278 m). Abfahrt auf der Aufstiegsroute.
Einkehr: In Arvigo.
Unterkunft: Albergo La Cascata in Augio, Tel. 091 828 13 12, www.lacascata.ch. Albergo Calancasca in Grono, Tel. 091 827 12 53.
Führer: Gabuzzi/Cavallero: Skitouren Tessin/Misox/Calanca, SAC Verlag 2011. Gemperle: Calanca. Verlassene Orte in einem Alpental – Luoghi abbandonati in una valle alpina Benteli Verlag 2010.
Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:50000, 277 Roveredo; 1294 Grono.
Feil Nordgipfel (2442 m)
Gebiet: Parc Ela.
Schwierigkeit: WS-; kurze Steilstufe unter dem Gipfel.
Aufstiegszeit: 31/2 Std.
Höhenmeter: 1080 m Aufstieg und Abfahrt.
Jahreszeit: Dezember bis März.
Ausgangs- und Endpunkt: Stierva (1375 m); Postauto von Tiefencastel an der Bahnlinie Chur – St. Moritz.
Route: Von Stierva südwestwärts über Plang Sumvei nach Tiragn, durch die Waldschneise des Val Carpetla hoch zu den Häuser von Narglesa und über offene Hänge auf die Alp da Stierva (2073 m). Westwärts hoch auf den Grat und über ihn, die Kuppe 2341 m überschreitend, auf den N-Gipfel des Feil (2442 m). Abfahrt wie Aufstieg; bei sicheren Verhältnissen kann vom Gipfel über die E-Flanke abgefahren werden, bevor man nordostwärts zur Alp da Gaglignas hält.
Einkehr: Ustareia Belavista in Stierva, Tel. 081 681 11 75.
Unterkunft: Hotel Albula und Julier in Tiefencastel, Tel. 081 659 04 00.
Führer: Eggenberger: Skitouren Graubünden Süd, SAC Verlag 2010. Donatsch: Parc Ela, Appenzeller Verlag 2007.
Gredig: Parc Ela - ein Wegweiser zu Natur und Kultur im Albulatal und Surses, Ott Verlag 2009.
Karte: Landeskarte der Schweiz, 1:50000, 257 S Safiental, 258 S Bergün/Bravuogn; 1216 Filisur, 1235 Andeer, 1236 Savognin.